Die Anfänge

Im Jahr 1925 begann der damalige Oberstadtkaplan Benno Kramer (Bild) aus Haigerloch für eine Hohenzollerische Wallfahrt nach Einsiedeln zu werben. Die Verbindungen zwischen Hohenzollern und Einsiedeln waren allerdings schon älter. Diese Beziehungen wurden vor allem durch das Fürstenhaus Hohenzollern gepflegt, sie basieren auf der Annahme dass der hl. Meinrad, der erste Mönch und Gründer von Einsiedeln aus dem Geschlecht der Zollern oder deren unmittelbaren Vorfahren stammen soll. Das Fürstenhaus hatte das Benediktinerkloster Einsiedeln schon früher mit kostbaren Geschenken bedacht u. a. mit einem wertvollen Kelch und mit einem blauen Kleid für die dortige Madonna im Gnadenaltar. Pfr. Kramer wollte also diese alte Verbindung durch eine Wallfahrt wieder aufleben lassen. Es gelang ihm die beachtliche Teilnehmerzahl von 453 Pilgern zu gewinnen. Fast ganz Baden-Württemberg wurde beworben. In dieser Zeit hatte man sich gerade wieder ein wenig erholt von den Wirren des ersten Weltkriegs. Das Schienennetz der Hohenzollerischen Landesbahn war einige Jahre fertig gestellt und wie geschaffen für ein solches Unternehmen. Allerdings schien die Landesbahn angesichts solcher Teilnehmerzahlen fast überfordert. Weil der erste Pilgerzug so erfolgreich war, folgte im Herbst ein zweiter, der lt. Pfr. Kramer merklich schwerer zu besetzen war, da Geldknappheit im Lande herrschte und zudem die Erntearbeiten verrichtet werden sollten. Durch die teure, intensive Werbung entstand bei diesem Zug bedauerlicherweise ein finanzielles Defizit. Ein sog. Rosenkranzpilgerzug geplant für den Herbst 1926 musste ausfallen, da es in diesem Jahr nur eine sehr kärgliche Ernte gab. Pfarrer Kramer, inzwischen Pfarrer der Killertalgemeinde Jungingen, gab nicht auf. Durch intensive Werbung, sogar in der Bodenseeregion, gelang es ihm immer wieder, große Züge vorzubereiten und durchzuführen. Selbst anfangs der Dreißigerjahre, als Hitler schon großen Einfluss hatte, und für die Schweiz bereits Visumpflicht bestand, ließ er sich nicht von seinen Vorhaben abbringen. Ein sog. Notpilgerzug 1934 sollte der letzte Zug vor dem Beginn des zweiten Weltkriegs sein. Deshalb kam Pfr. Kramer mit dem Kloster Einsiedeln auf folgende Lösung: Eine  Kopie des dortigen Gnadenbildes sollte von nun an im Hohenzollernland den Pilgern Kraft und Zuversicht geben. Die Krone für die Gottesmutter wurde gestiftet von Ihrer Königlichen Hoheit der Fürstin Margarethe von Hohenzollern, die Krone für das Jesuskind brachte Ihre Majestät, die Königin Augusta Viktoria von Portugal, ebenfalls aus dem Hause Hohenzollern stammend. Jungingen erhielt mit der Übertragung des Gnadenbildes am Fest Maria Verkündigung im Jahre 1935 den Status als Wallfahrtsort. So pilgerten die Wallfahrer aus Hohenzollern während des Krieges und auch noch Jahre danach nach Jungingen. 1949 starb Pfarrer Benno Kramer. Die erste hohenzollerische Pilgerfahne wurde ihm mit ins Grab gegeben.