Fester Bestandteil in der Region

Während der Kriegsjahre pilgerten die Hohenzollern also nach Jungingen und sie tun es bis heute. Nach dem Tode von Pfarrer Benno Kramer wurde   Pfarrer  Eugen Wessner (Bild) im Jahre 1950 zum Pfarrer von Jungingen bestellt. 1953 nahm er die Hohenzollernwallfahrten wieder auf. Auch jetzt durfte man wieder die großherzige Unterstützung durch das Haus Hohenzollern erfahren. Das Fürstenhaus stiftete die Pilgerfahne in den Landesfarben Schwarz/Weiß mit einem aus kostbaren Perlen gestickten Muttergottesmedallion. Diese Fahne wird bis heute bei den Pilgerfahrten mitgeführt. Neben Einsiedeln wurden unter Pfarrer Wessner auch die Gnadenorte Altötting und Beuron ins Wallfahrtsprogramm aufgenommen. Beuron, selbst im Hohenzollernland gelegen war jeweils das Ziel einer Tageswallfahrt sowohl im Marienmonat Mai als auch im September und hier mit einer Prozession ins Liebfrauental. Auch Ziele von Zwischenfahrten, wie Sachseln, (Bruder Klaus von der Flüe) Locarno, (Madonna del Sasso) der Passionsspielort Erl usw. wurden von den Pilgern dankbar angenommen. Das befördernde Unternehmen blieb die Hohenzollerische Landesbahn bis heute. Anfangs der Fünfzigerjahre wurden mehrere Pilgerzüge mit Triebwagen durchgeführt. Aus Platzmangel aber bestellte man später den Zug mit Wagen der Deutschen Bundesbahn. Dank des großartigen Organisationstalents von Pfarrer Wessner wurde der Hohenzollerische Pilgerzug innerhalb weniger Jahre zu einem festen Bestandteil der kirchlichen Region Hohenzollern/Meßkirch. Es entwickelte sich eine Art „Stammkundschaft“, wobei festzustellen war, dass die teilnehmerstärksten Gruppen immer wieder aus den selben Gemeinden kamen. In die Zeit von Pfarrer Wessner fallen die teilnehmerstärksten Züge (Beuron 1954 = 1130 Teiln., nur Frauen) 1955 u. 1956 nahm sogar eine ganze Musikkapelle an der Wallfahrt nach Einsiedeln teil. Für sein großes Engagement wurde ihm für seine besonderen Verdienste um die Wallfahrt anlässlich seines 100. Pilgerzuges der Titel „DB Ehrenpilgerleiter“ verliehen. Neben mehreren anderen Geistlichen, die im Lauf der vielen Jahre die Hohenzollernwallfahrten begleitet haben, bleibt Pfarrer Wessner die herausragende Persönlichkeit der ganzen Geschichte dieser Wallfahrten. Die Hohenzollerischen Pilgerzüge waren zu seinem Lebenswerk geworden. Die Förderung dieses Lebenswerkes blieb in seiner Familie. Heute werden die Wallfahrten organisiert von der Nichte Pfarrer Wessners. Von den schönen Begebenheiten bei den Wallfahrten, die am Rande erzählt werden, bleibt folgendes zu nennen. Bei der Pilgerfahrt 1955 nach Einsiedeln, an der die Musikkapelle Harthausen/Scher geschlossen teilnahm, lernte der Musikant Jakob Kromer seine spätere Frau Regina kennen. Ein solcher Vorfall wiederholte sich bei der Altöttingwallfahrt 1975. Hier lernte der damalige Oberministrant Ferdinand Hofmann aus Jungingen seine spätere Frau kennen.