Sinkende Teilnehmerzahlen

Mitte der Achzigerjahre hatte Pfarrer Wessner das Pensionsalter erreicht und sein langjähriger treuer Mitarbeiter Alois Krist aus Höfendorf war inzwischen überraschend verstorben. Mit seinem Abschied von Jungingen gab Pfr. Wessner auch die Begleitung der Wallfahrten in die Hände seines Nachfolgers. Der damals nachlassende Kirchenbesuch, die steigenden Kirchenaustritte und das beachtliche Maß an erreichtem Wohlstand ließen das Interesse vieler Gläubiger an kirchlichen und religiösen Veranstaltungen sinken. Dies schlug sich auch in den Teilnehmerzahlen der Pilgerzüge nieder. Zudem konnte man mit dem eigenen Auto oder mit günstigen Busreisen ebenfalls an die gewünschten Wallfahrtsorte kommen. Am deutlichsten wurde dies bei der Einsiedelnwallfahrt. Einsiedeln selbst war über die Jahre ein bekannter und beliebter Ausflugs- und auch Wintersportort geworden, der von unserer Heimat aus mit dem Auto ohne weiteres an einem einzigen Tag besucht werden kann. Auch wurden zu dieser Zeit bereits eigene Wallfahrten vieler Pfarreien durchgeführt. Das Phänomen der rasch wechselnden Pilgerleiter tat ein übriges zum neu erreichten Tiefstand der Teilnehmerzahlen. Auf Pfarrer Wessner folgte in Jungingen Pfarrer Günther Kolenda, der einige Züge begleitete. Pfarrer Stefan Bäumle war dann der letzte Pfarrer, der von Jungingen aus die Hohenzollerischen Pilgerzüge organisierte. Danach wurde die Aufgabe des Pilgerleiters vom Amt des Junginger Pfarrers abgekoppelt. Nun übernahm die Regionalstelle Veringendorf die Organisation der Wallfahrten. Mit Regionaldekan Franz Gluitz (Bild) schien auch ein Pilgerleiter gefunden, der das geeignete Talent für eine solche Aufgabe mitbrachte und dem die Weiterführung der Wallfahrten ein großes Anliegen war. Leider verließ er allzu schnell die Region um die Aufgabe des Pfarrers von Glottertal zu übernehmen. Sein Nachfolger in der Pilgerleitung wurde Regionaldekan Peter Stengele. Er versuchte, den sinkenden Teilnehmerzahlen mit einer Überarbeitung des Konzepts der Wallfahrten zu begegnen. Diese hatten aber inzwischen die Grenze der Rentabilität erreicht. Und so entschied man sich, den Hohenzollerischen Pilgerzug an den Mittelbadischen Pilgerzug zu koppeln. Pfarrer Thomas Schwarz aus Gruol und Pfarrer Peter Seibt aus Grosselfingen und Pater Notker Hiegl vom Kloster Beuron begleiteten in dieser Zeit den Hohenzollernteil dieses Zuges, während Regionaldekan Bernhard Pfaff aus Offenburg die Gesamtleitung hatte. Ähnlich, wie in der Wirtschaft, so zeigte sich auch hier, dass nicht alle Fusionen von Erfolg gekrönt sind. Nach harten Ringen traf man die Entscheidung, sich wieder von Mittelbaden zu trennen.